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Letzte Änderung
22.01.2007

TriBühne

Anette Reinders
Stadtvertretung 21.06.2005 TOP 10
Nachtrag für den Wirtschaftsplan 2005 der Mehrzwecksäle Norderstedt GmbH
- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin,
sehr geehrte Damen und Herren,

zum Nachtrag für den Wirtschaftsplan 2005 der Mehrzwecksäle Norderstedt GmbH möchte ich hier zunächst einige Eckdaten nennen. Und zwar geht der Plan davon aus, dass die Umsatzerlöse für die Zeit von Oktober von Dezember um fast 300.000 Euro steigen (von 634.000 Euro auf 922.400 Euro). Dies ist einzig und allein auf die Übernahme der Gastronomie zurückzuführen, damit ist die gastronomische Versorgung der Tribühne sowie des Betrieb eines Bistros im Rathaus sowie des Rathausrestaurants gemeint.

Der Gewinn aus diesem Bereich beläuft sich auf 34.000 Euro, damit reduziert sich der Verlustausgleich laut Plan auf 783.600 Euro (statt 818.000 Euro). Für 2006 steht im Finanzplan wieder ein Verlustausgleich in voller Höhe – und dies obwohl der entsprechende Vertrag Ende des Jahres ausläuft.

Demgegenüber hat der Oberbürgermeister bei der Vorstellung der Eckdaten für den Doppelhaushalt 2006/2007 folgende Beträge für die Verlustabdeckung der MeNo bekannt gegeben:

2006: 600.000 Euro
2007: 400.000 Euro
2008 -10: je 300.000 Euro

Diese Beträge wurden nach den Worten des Oberbürgermeister mit dem Geschäftsführer der MeNo abgesprochen. Inwieweit auch der Aufsichtsrat in die Absprache einbezogen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis – berichtet wurde hierüber jedenfalls nichts.

Die Verluste der MeNo betrugen im Jahr
2002: ca. 900.000 Euro
2003: ca. 1 Mio. Euro
2004: ca. 810.000 Euro

Wie jetzt innerhalb von zwei Jahren eine Halbierung des Verlustes erreicht werden soll, bleibt ein Rätsel. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der gastronomische Bereich Gewinne von rund 400.000 Euro im Jahr erwirtschaften. Vielleicht sollten wir bei diesen Gewinnerwartungen noch ein paar Kneipen aufmachen, um unsere angeblich ständigen Haushaltslöchern in den Bereichen Kindern, Jugend und Soziales zu stopfen.

Ich denke, diese Zahlen machen deutlich, dass es sich bei diesem Plan nicht um eine solide Kalkulation handelt. Auch die Diskrepanzen zwischen dem Finanzplan der MeNo und den Aussagen des Oberbürgermeisters kann man nicht gerade als eine solide Haushaltsplanung einer städtischen Gesellschaft bezeichnen. Hinzu kommt, dass dieser Finanzplan – wohlgemerkt ein Plan! – die Jahre 2004 – 2006 umfasst. Das Jahr 2004 ist planerisch allerdings längst Schnee von gestern, hat aber anscheinend weder der Geschäftsführer noch der Aufsichtsrat noch der Oberbürgermeister noch der Hauptausschuss gemerkt.

Auch wir sind dafür, dauerhaft die Subventionen für die TriBühne zu senken . Wir haben deshalb mit unserem Prüfauftrag beantragt, dass zunächst erst einmal eine  Prüfung erfolgt, wie denn ein optimierter wirtschaftlicher Betrieb erfolgen kann. Dazu bedarf es auch der Überprüfung des so genannten Altenburg-Gutachtens, in dem in den 90er Jahren Vorschläge für die wirtschaftliche Betreibung des Säle untersucht wurden. Inzwischen kann man auf „Echtzeitdaten“ zurückgreifen sowie auf aktuelle Entwicklungen berücksichtigen.

Wir erwarten, dass zunächst die Prüfanträge abgearbeitet werden. Dann haben wir eine solide Grundlage, um Über die Zukunft der TriBühne zu entscheiden. Den Nachtragshaushalt werden wir zum heutigen Zeitpunkt ablehnen.

Es geht nicht darum, eine Lösung, sondern die bestmögliche Lösung zu finden. Und das nicht nur für die wirtschaftlichen Kriterien. Oder haben wir etwa für 20 Millionen Euro eine TriBühne gebaut, in der zukünftig nur noch Mainstream-Kultur stattfindet? Wobei ich der Meinung bin: wenn wir mit Comedy und Co Geld machen können, sollten wir das tun. Wenn wir aber das unter Kulturförderung verstehen, dann sollten wir das Geld lieber sparen.

Wir alle kennen den Spruch: „wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen .... bei der TriBühne sollen wir allerdings bezahlen, ohne die Musik zu kennen. Oder gibt es am Ende gar keine Musik, sondern nur noch Brot und Spiele???

 

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