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Letzte Änderung
23.09.2009

Resolution Krümmel

An die Stadtpräsidentin

Frau Kathrin Oehme

Rathaus

Norderstedt, 22.09.2009

Resolution zum Atomkraftwerk Krümmel

Die Stadtvertretung Norderstedt ist wegen der erneuten Störfälle und der Notabschaltung des AKW Krümmel verunsichert und auf das Höchste besorgt. Das Atomkraftwerk wurde am 19. Juni 2009 nach zweijähriger Reparaturzeit wieder eingeschaltet und musste den Betrieb schon nach vier Tagen wieder unterbrechen. Am 4. Juli 2009 kam es zu einer Reaktorschnellabschaltung, die zu erheblichen Stromausfällen in der Hansestadt Hamburg führte. So fielen Ampelanlagen und Wasserpumpen aus, die Folge waren Verkehrsprobleme und mehrere Wasserrohrbrüche und die Unterbrechung der Wasserversorgung.

Die Bevölkerung sieht diese Vorfälle als Indiz für eine veraltete Technik und stellt die Sicherheit des AKW insgesamt in Frage. Zu dieser Einschätzung hat nicht zuletzt die völlig unzulängliche Informationspolitik des Betreibers beigetragen.

Die Stadt Norderstedt ist in vielerlei Hinsicht von dem Betrieb das AKW Krümmel betroffen. So beziehen die Stadtwerke Norderstedt zu einem hohen Prozentsatz Atomstrom. Der Störfall am 4. Juli 09 hat gezeigt, dass die gehäuften Pannen nicht unerhebliche Auswirkungen auf das öffentliche und private Leben haben können.

Nach jüngsten Untersuchungen sind die gehäuften Leukämie-Fälle nicht auf die unmittelbare Umgebung von Kernkraftwerken beschränkt. So ist das Leukämierisiko im Umkreis von 20 bis 50 km um Atomkraftwerke für Kinder unter 5 Jahren um 19 Prozent und für Kinder unter 15 Jahren um 13 Prozent erhöht. Norderstedt-Mitte liegt ca. 42 km von Krümmel entfernt, so dass eine erhöhte Gesundheitsgefährdung für Kinder und Jugendliche in der Stadt besteht.

Die Stadt Norderstedt spricht sich unabhängig von einer lückenlosen Aufklärung der Störfälle im AKW Krümmel dafür aus, dass der Atomreaktor nicht wieder ans Netz genommen wird. Die Stadtvertretung Norderstedt unterstützt den vereinbarten Ausstieg aus der Atomkraftenergie.

Der Oberbürgermeister wird gebeten, sich auf allen Ebenen für eine solche Maßnahme einzusetzen. Die Stadtwerke werden gebeten, den Strommix weiter zugunsten von regenerativen Energien zu verändern mit dem Ziel, mittel- bis langfristig auf den Bezug von Atomstrom zu verzichten.

GALiN-Fraktion

Anette Reinders

Fraktionsvorsitzende

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