Rede Ariane Last am 09.06.09 in der Stadtvertretung zum neuerlichen Schulentscheid nach Übertritt von Naime Basarici von der SPD-Fraktion in die CDU-Fraktion:
Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren!
Es ist nicht die Veränderung politischer Mehrheiten, die uns hier und heute aufbegehren lässt, sondern es ist der Verrat an der Sache, die mich und viele Andere tief erschüttert hat.
Lassen Sie mich hierzu im Namen der GALiN folgendes sagen:
Am 03.02.2009 fand hier im Plenarsaal die namentliche Abstimmung zur Schulentwicklung in Norderstedt statt. EineThematik, die die Norderstedter mindestens ebenso bewegt hat, wie die Neuabstimmungen zum Autobahnanschluss oder zur Landesgartenschau.
Alle hier versammelten Stadtvertreter hatten mit dieser Abstimmung einen Schlussstrich gezogen unter eine mit großem persönlichen Einsatz geführte Diskussion über die Zukunft unserer Schulen in Norderstedt.
Fortan hätte die eigentliche politische Arbeit im Sinne der Mehrheit weitergeführt werden können: nämlich die Umsetzung der Schulplanung an den einzelnen Schulen hier in Norderstedt.
Dass eine fragwürdig und mit allen Mitteln agierende Bürgerbewegung mit anrüchigen, später zensierten Plakaten und per einstweiliger Verfügung verbotenem Internetauftritt ebenfalls scheiterte, möchte ich hier nur der Vollständigkeit halber erwähnen....
Doch heute haben wir es der persönlichen Schwäche einer einzigen Person zu verdanken, dass zum Beispiel die Realschule Harksheide nicht weiß, wie sie ihren Raumbedarf decken soll, da nunmehr die Hauptschule Falkenberg weiter Bestand haben soll als Regionalschule und somit der Gemeinschaftsschule Harksheide nicht mehr für die bauliche Umsetzung ihres Konzepts der Gemeinschaftsschule zur Verfügung stehen wird. Hinzu kommt, dass ihr heute noch nicht einmal die Option auf eine gymnasiale Oberstufe geblieben ist.
Denn heute wird es lediglich dem Wankelmut einer Person zu verdanken sein, dass wir in Norderstedt zukünftig statt einer Regionalschule gleich drei dieser altmodischen Konstruktionen à la CDU haben werden...und noch dazu fortschrittlicheren Gemeinden im Umland (wie Henstedt-Ulzburg) Ausweichmöglichkeiten geben, deren fehlende Kapazitäten an Regionalschulen in Norderstedt auszugleichen.
Auch wird es heute an einer einzigen Person liegen, dass vielen, vielen Schülern aus beruflich doppelt belasteten Familien die Möglichkeit genommen wird, auch nachmittags an schulischen Aktivitäten teilzunehmen und gut aufgehoben zu sein.
Denn auch das Konzept der gebundenen Ganztagsschulen in Norderstedt wird hier und heute sowohl in Friedrichsgabe als auch in Garstedt „ad absurdum“ geführt und sang- und klanglos der Vergangenheit angehören.
Die geschilderte Entwicklung bedauern wir sehr. Doch wir wollen es sportlich nehmen:
Hat zum Beispiel ein Fußballer sich entschieden, das gegnerische Trikot zu tauschen und fortan in der anderen Mannschaft zu spielen, kann man ihn nicht daran hindern. Allerdings geschieht dies im Allgemeinen nicht mitten in einem wichtigen Endspiel....