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Letzte Änderung
29.08.2011

Schleswig-Holstein-Tag um jeden Preis?

PRESSEMITTEILUNG vom 29.08.2011

Schleswig-Holstein-Tag 2012 um jeden Preis?

Oberbürgermeister Grote versucht den NorderstedterInnen eine dreitägige Nachnutzung des Stadtparks mit dem Schleswig-Holstein-Tag schmackhaft zu machen, die einen bitteren Beigeschmack hat: 50.000 Euro Minimum aus dem Stadtsäckel! Dabei spielt es keine Rolle, dass der Finanztopf anders heißt und schon vor einiger Zeit von der Stadt gespeist wurde. Es bleiben städtische Finanzmittel.

Bis 2010 hat die Landesregierung sich noch mit 135.000€ am Schleswig-Holstein-Tag beteiligt. Diese Unterstützung ist, wie vieles andere auch, der Haushaltskonsolidierung des Landes zum Opfer gefallen. Das kann aber nicht bedeuten, dass analog zu dem letzten Kitajahr, den Schulbeförderungskosten und der Verbraucherzentrale nun wieder die NorderstedterInnen einspringen. Andere Städte haben sich aufgrund ihrer knappen Mittel gar nicht erst zur Verfügung gestellt und Norderstedt feiert sich als Retter?

Der Schleswig-Holstein-Tag ist eine Plattform von Vereinen und Verbänden unter der Geschäftsführung des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, die alle zwei Jahre ihre Arbeit präsentieren und mit Trachtenumzügen, Volkstänzen und Volksliedern auf diversen Bühnen feiern. Zusätzlich zu dem Norderstedter Zuschuss müssen sie sogar Standgebühren entrichten. Können die Norderstedter Vereine sich das leisten? Wären die 50.000 Euro aus dem Topf „ideenreich Norderstedt“ nicht besser direkt in die Arbeit vor Ort investiert?

Die prognostizierte Besucherzahlen von immerhin 300.000 an einem Wochenende lassen sofort hellhörig werden. Die Aussteller und Besucher reisen aus dem ganzen Land an, vermutlich überwiegend mit Pkw. Da stellt sich die Frage, ob Norderstedt eine derartige Verkehrsbelastung überhaupt verkraftet und wer die Kosten für Verkehrsführung, Sicherheit, Sanitäre Anlagen, Reinigung etc. übernimmt?

Für die mindestens 50.000 Euro städtischer Mittel verspricht Hans-Joachim Grote, dass die Besucher an den drei Tagen viel Geld in die Stadt bringen werden. Nun, bei allem Lokalpatriotismus, unsere Einkaufslandschaft ist nicht anders als das, was die Besucher zuhause haben und Hamburg lockt darüber hinaus mit touristischen Angeboten. Wenn es also nicht klappt mit den in Aussicht gestellten Umsätzen, reicht der Oberbürgermeister die Verantwortung vorsorglich gleich weiter: „Es ist dann an der Norderstedter Kaufmannschaft, daraus ihren Nutzen zu ziehen.“ Da bleibt vielmehr zu fragen, ob die bisherigen Erwartungen der Kaufleute an die nachhaltigen ökonomischen Wirkungen der Landesgartenschau 2011 eigentlich erfüllt wurden?

„Die bisher bekannte Nachnutzung des Stadtparks sieht vor, dass diejenigen, die diese Flächen gewerbsmäßig nutzen, Pacht an die Stadtpark Norderstedt GmbH zahlen und nicht, dass wir noch Geld mitbringen müssen - für derartige Großereignisse“, sorgt sich die Fraktionsvorsitzende der GALiN, Maren Plaschnick, um die Finanzen der Nachnutzung. „Es wäre fatal, hätten wir zusätzlich zu großem Lärm und viel Verkehr am Wochenende durch Wasserski, Open-Air-Bühne, Beach-Partys und andere Großereignisse auch noch ein finanzielles Defizit bei der Stadtpark Norderstedt GmbH. Es wäre völlig inakzeptabel, dass dann z.B. die Stadtwerkekunden und die Stadt indirekt dafür zahlen müssten.“

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