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Letzte Änderung
02.07.2009

Musikschule

PRESSEMITTEILUNG vom 02.07.2009

Millionenschwere Kehrtwende im Stadtpark

Auf der Suche nach einem Investor für eine dauerhafte Gastronomie im Stadtpark jongliert der Oberbürgermeister in immer schnelleren Umdrehungen mit neuen, altbekannten Ideen. Nun soll es doch wieder ein Musikschul-Neubau am ‚Kulturwerk am See’ sein. Für 2,375 Millionen Euro auf Kredit. Auch ein Restaurant/Café im Erdgeschoss und Küche im Keller sollen darin enthalten sein. „Noch vor ein paar Monaten warb der Oberbürgermeister um Zustimmung für ein Stadtteilzentrum am Standort Dunantstraße,“ stellt die GALiN-Stadtvertreterin, Maren Plaschnick, fest. An dem verkehrsgünstig gelegenen Standort sollten Musikschule, VHS und Stadtbücherei eine neue Qualität im dichtbesiedelten Garstedt bieten. „Zum einen ist der Bau am Kulturwerk am See konzeptionell fragwürdig, weil eine Musikschule dort vor Ort sein sollte, wo ihre jungen Schüler sind. Da ist die Schule am Rodelberg in Garstedt (Dunantstraße) mit der vorhandenen Infrastruktur eindeutig der bessere Standort.“ Zum anderen sei die finanzielle Belastung der Stadt insgesamt deutlich höher als angegeben, da ein Verkauf der Schule am Rodelberg, für zwei Millionen, auf absehbare Zeit nicht zu realisieren sei.

Auch die angedachte kombinierte Nutzung mit Musikschule, Gastronomie und Beachclub (die NZ berichtete) hält die GALiN Fraktion für unausgegoren. Diese neudeutsch ‚tree-in-one’-Nutzung, bei der keiner so richtig zufrieden ist und an der keiner vernünftig verdient, lässt sich die Stadt mal eben 2,4 Millionen Euro kosten! Wohlgemerkt kreditfinanziert – denn das angesprochene Treuhandvermögen gibt es bisher nicht!

Offenbar rechnet der Oberbürgermeister selbst ja auch durchaus mit einem Scheitern seiner Idee: Für den Fall, dass die Gastronomie sich unter diesen Umständen dort nicht hält, ist eine Nutzung als (dritte) städtische Galerie angedacht. „Angesichts der dringend notwendigen An- und Umbauten an den Schulen und einbrechender Gewerbesteuer-Einnahmen um fast 40%(!), sind solche Planspiele unverantwortlich,“ mahnt Plaschnick. „Auch die vom Oberbürgermeister angedachte Idee, in der Schule am Rodelberg 50 Krippenplätze einzurichten, weist die GALiN Fraktion mit allem Nachdruck zurück. Ein Bau, der über 90 Minuten übenden Musikschülern angeblich nicht zuzumuten ist, wäre aber für die ‚Massenkindhaltung in der Krippe’ immer noch gut genug? Das ist zynisch!“

Die GALiN Fraktion hält eine kleine Gastronomie im Stadtpark durchaus für wünschenswert, zumal am Standort ‚Kulturwerk am See’ von dort auch das Catering für bestimmte Veranstaltungen übernommen werden könnte. Die städtisch hoch subventionierte Musikschule jedoch sollte sich verstärkt auf ihr Kerngeschäft in allen Stadtteilen konzentrieren. Preiswürdige musikalische Leistungen ihrer Schüler bedingen keineswegs einen noblen Neubau – wie es in der Vergangenheit immer wieder bewiesen wurde.

Die GALiN Fraktion ist die einzige, die von Anfang an klar gesagt hat, was sie sich vorstellt, was sie für machbar und finanzierbar hält – und was nicht. Auch wenn der Musikschul-Neubau keine Stahl-Glas-Konstruktion, sondern mit Sandstein verblendet werden soll: „Dies ist eine millionenschwere Kehrtwende, die darauf setzt, dass die neuen Mehrheiten in den Beschlussgremien nur noch abnicken“ so die Stadtvertreterin abschließend.

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