PRESSEMITTEILUNG vom 08.06.09
Auf Sand gebaut ...
Einschneidende Veränderungen soll der Wechsel von Naime Basarici zur CDU nach dem Willen von Günther Nicolai auch im Stadtpark bringen. Auf Anfrage von Dr. Herwig Niehusen im Hauptausschuss (leider nicht detailliert protokolliert; Text unten) erklärte Günther Nicolai für die CDU, dass mit neuer Mehrheit in der Stadtvertretung nun doch die große Bad-Lösung des Arriba für den Stadtpark angestrebt wird.
Die GALiN Fraktion spricht sich nachdrücklich für den zwischenzeitlich gefundenen Kompromiss, mit der sandigen Landzunge, aus. In allen ursprünglichen Plänen hat die GALiN Fraktion immer vor allem zwei Dinge vehement bekämpft: Die Wasserski-Anlage und eine große Badeanstalt. Für diese würde der halbe nördliche See zugeschüttet werden, um eine große Beach-Sandfläche zu erhalten! Gerade dieser Seeteil zeigt nicht nur im Wasser, sondern auch an seinen Ufern, besonders schützenswerte Natur, die die GALiN Fraktion auch im Interesse nachfolgender Besucher-Generationen erhalten wissen will. Mit neuer Mehrheit will die CDU die zwischenzeitlich konturierte, naturverträglichere Bad-Variante kippen und zu ursprünglicher Größe zurückkehren.
Bereits die Bauphase des großen Bades hätte fatale Folgen für den Wasserhaushalt des Sees. Zweimal wurde bisher von Landseite aus im See gebaggert, was monatelange Trübungen zur Folge hatte mit vernichtenden Folgen für Fauna und Flora. Setzte die CDU ihren Willen jetzt durch, würde durch eine dritte Baggerung dem See endgültig der Garaus gemacht!
Die zusätzlichen Kosten für den Bau stören die CDU wohl vor allen Dingen deshalb nicht, weil sie nicht dem Investitionshaushalt der Stadtpark GmbH zugerechnet würden, sondern den Stadtwerken mit ihrer Bad-Sparte.
Die GALiN Fraktion wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass der Stadtpark auch nach der Landesgartenschau ein natürliches Refugium mit mehr Wasser und Grün und weniger Sand und Beton bleibt.
"Dr. Herwig Niehusen, Falkenbergstr. 160, 22844 Norderstedt
Fragen an die Fraktionen des Hauptausschusses in der Sitzung am 25.05.2009 zur Schwimmbad-Planung an den Stadtparkseen / LGS 2011
Nachdem ca. 850 Einwohner und die beiden größten Naturschutzverbände BUND und NABU im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens u.a. gegen die Zuschüttung des kleinen Kiessees protestiert und eine kleinere umweltverträgliche Badlösung gefordert hatten, wurde vor dem Hintergrund der neuen Mehrheiten nach der letzten Kommunalwahl seitens der Planer eine kleinere Badlösung entwickelt, die diesen Forderungen Rechnung trug.
Diese modifizierte Badplanung wurde der der Unteren Wasserbehörde zur Prüfung vorgelegt und am Stand der LGS 2011 anlässlich der Norderstedter Info-Messe „Rund ums Haus“ Anfang Februar 2009 öffentlich präsentiert.
Nach dem kürzlich erfolgten Übertritt einer SPD-Stadtvertreterin zur CDU wurde der Fraktionsvorsitzende Herr Nicolai hinsichtlich evtl. Änderungen städtischer Planungen zur Bad-Planung in der Norderstedter Presse mit der Aussage zitiert, er könne sich „vorstellen, dass das Naturbad verändert werde. Über Details solle demnächst gesprochen werden.“
Ich bitte die Fraktionen hierzu um Beantwortung folgender Fragen:
1. Welche Bad-Lösung wird von Ihnen angestrebt?
2. Halten Sie es insbesondere für verantwortbar, den kleinen Kiessee und damit eines der bedeutendsten Amphibiengewässer zuzuschütten, um eine groß dimensionierte Liegewiese zu schaffen?
3. Meinen Sie, dass die Stadt die LGS 2011 unter dem Motto „Ideen in Natur“ erfolgreich verkaufen kann, wenn nach den bisherigen massiven Eingriffen in den Naturhaushalt ein 3. Mal in schwerwiegender Weise in die Ökologie der beiden Kiesseen eingegriffen und damit erneut eine landesweite öffentliche Debatte über den Stellenwert des Naturschutzes in Norderstedt ausgelöst wird?
4. Ist Ihnen bekannt, dass die entsprechende Plangenehmigung zwischenzeitlich abgelaufen ist?
Hinweis: Gemäß Ziff. 4.8 der Auflagen wurden die Gewässerbauarbeiten zum Schutz der Characeenbestände ausdrücklich auf den Zeitraum 1.10.2008 bis 31.3.2009 beschränkt!
Fragen an die Verwaltung in der Sitzung des Hauptausschusses am 25.05.2009 zur Beseitigung des Dammes zwischen den Stadtparkseen / LGS 2011
Nach unseren Feststellungen ist der Dammabtrag zwischen dem kleinen und großen Kiessee per Kettenbagger, Radlader und Muldenkipper statt mit der schonenderen Nassbaggertechnik erfolgt.
Fragen:
1. Wurde für diese wesentliche Änderung des Baggerverfahrens eine Planänderungsgenehmigung bei der Unteren Wasserbehörde eingeholt?
Falls ja:
2. Kann die Genehmigung bei der Stadt eingesehen oder als Kopie zur Verfügung gestellt werden?
3. Gab es insoweit ein Beteiligungsverfahren hinsichtlich der Träger öffentlicher Belange und der Naturschutzverbände?
Ergänzender Hinweis:
Gemäß Seite 25 des Planfeststellungsbeschlusses (Ziff. II b. 1. Vorhabenbeschreibung) hat die Untere Wasserbehörde abweichend von der ursprünglichen Planung im Rahmen des vorzeitigen Baubeginns zwar aus wirtschaftlichen Gründen eine Änderung der Abbautechnik zugelassen, diese Änderungen aber auf die Arbeiten zur Umgestaltung von West-, Süd- und Nordufer beschränkt. Hinsichtlich der übrigen Erdarbeiten wie Dammabtrag, Umgestaltung des kleinen Sees und Seegrundentnahme wurde jedoch ausdrücklich die Durchführung mit der schonenderen Nassbaggertechnik (Saugkopfschneidbagger) vorgeschrieben. Eine ungenehmigte Abweichung wäre als Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften zu werten.
Dr. Herwig Niehusen"