Die erste Sitzung des Jugendhilfeausschusses in der neuen Wahlperiode hat gleich einige Meilensteine gesetzt. So beschlossen die neun Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter sowie die Vertreter der Wohlfahrtsverbände mehrheitlich, dass das Kita-Gutscheinsystem nicht weiter verfolgt werden soll. Lediglich die Mitglieder von FDP und CDU stimmten dagegen. Stattdessen sprach sich die überwiegende Mehrheit des Ausschusses auf Antrag von SPD und GALiN dafür aus, die Voraussetzungen in den Kindertagesstätten zu schaffen, damit die Bildungsleitlinien des Landes umgesetzt werden können. Dazu gehört auch eine Verbesserung des Stellenschlüssels. „Wir haben im Ausschuss vorgeschlagen, den Stellenschlüssel auf mindestens 2,1 zu erhöhen“, so Anette Reinders von der GALiN. Geprüft werden soll aber auch auf Antrag von GALiN und SPD eine Erhöhung auf maximal 2,3. „Zur Verbesserung der Qualität in den Kitas ist mehr Personal eine unabdingbare Voraussetzung. Aber auch die räumlichen und sächlichen Voraussetzungen müssen vorhanden sein, damit die Kinder in den Kitas optimal gefördert werden“, sagt Klaus Rädiker, Ausschussmitglied der GALiN.
Für die Eltern soll es demnächst deutliche Entlastungen geben. So beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, eine Vorlage zum Verpflegungsgeld vorzulegen, mit der eine Absenkung auf 35 Euro sowie eine Sozialstaffelbezuschussung auf den Weg gebracht werden.
In Hinblick auf die Versorgung der Norderstedter Eltern mit Hortplätzen blieb der Ausschuss aber Antworten schuldig. Die Verwaltung legte zwar eine Bedarfsermittlung vor, wonach auch in den nächsten Jahren ein erheblicher Bedarf an Hortplätzen besteht, hinsichtlich der Bedarfsdeckung fehlt aber ein schlüssiges Konzept. „Die GALiN spricht sich dafür aus, dass verstärkt Hortplätze geschaffen werden“, erklärt Anette Reinders. „Ein Vertrösten auf offene Ganztagsschulen, Angebote der Musikschule oder Sportvereine hilft letztendlich nicht den Familien, die sich eine verlässliche Ganztags-betreuung für ihre Kinder wünschen.“
Der Jugendhilfeausschuss beschäftigte sich auch mit den Mehrausgaben des Jugendamtes in Höhe von 1,5 Mio. Euro. Auf Antrag der GALiN beschloss der JHA einstimmig, dass hier dringend Nachverhandlungen mit dem Kreis Segeberg erfolgen müssen. Schließlich wurde diese Aufgabe erst vor knapp zwei Jahren im Zuge der sog. Großen Kreisangehörigen Stadt vom Kreis übernommen. Die Mehrkosten von über 30 Prozent für die Jugendhilfe, die im Moment allein durch die Stadt Norderstedt getragen werden, sind aus Sicht der GALiN nicht gerechtfertigt.