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Letzte Änderung
01.04.2008

Potenberg-Ruine

PRESSEMITTEILUNG vom 09.01.2008

Potenberg: Kulturwerk oder Investitionsruine?

Mit Verwunderung musste die GALiN Fraktion zur Kenntnis nehmen, dass Oberbürger-meister Grote im Grußwort/ in seiner Neujahrsansprache (noa4, Heimatspiegel) den Ausbau der Potenbergruine zu einem Standort für das Kulturwerk darstellt, als sei alles bereits in trockenen Tüchern. Festzuhalten bleibt, dass es außer einem PowerPoint-Vortrag von Herrn Grote und der Bereitstellung von 200.000 Euro für eine Machbarkeits-Untersuchung keinerlei schriftliche Unterlagen gibt. Auf welcher Basis soll denn überhaupt geplant werden?

Die Stadtvertretung ist alleine zuständig für die Beschlussfassung über den möglichen Erhalt und Ausbau der Potenbergruine. Ihr liegt bisher weder eine seriöse Bedarfsanalyse noch ein Finanz- und Betriebskonzept vor. Die GALiN Fraktion fordert, diese Daten so frühzeitig schriftlich vorzulegen, dass ausreichend Zeit bleibt, die Vorlage unter allen denkbaren Aspekten zu beraten.

Die im bisherigen Ausschuss für Kultur und Städtepartnerschaften von den neuen Geschäftsführern des Kulturwerks und Kulturträgern geäußerte Begeisterung kann für die Beurteilung des millionenschweren Großprojektes kein Maßstab sein, wenn man sich erinnert, dass es von dem gleichen Personenkreis schon einmal vorab eine jubelnde Fürsprache gegeben hat. Damals war es die Tribühne, nach deren Fertigstellung die Kulturträger, enttäuscht über die kalte Atmosphäre und die schlechte Akustik, in den Festsaal am Falkenberg zurückgekehrt sind.

Die GALiN Fraktion spricht sich dafür aus, auf den ursprünglich geplanten Abriss der Potenbergruine vorerst zu verzichten. Die Stadtvertretung sollte sich in ihrer Beratung über den möglichen Ausbau zur Kulturruine jedoch nicht mit Verweis auf die anstehende Landesgartenschau unter Zeitdruck setzen lassen. Die von Oberbürgermeister Grote avisierte Fertigstellung für 2010 – wieder sind Wahlen: zum Oberbürgermeister und zum Landtag – könnte ohne Not auch zwei, drei Jahre später erfolgen. Wenn feststeht, welche finanziellen Lasten die Landesgartenschau des Jahres 2011 für die Stadt Norderstedt gebracht haben wird.

Auch durch die anstehende Schulreform eventuell frei werdende Schulgebäude sind auf ihre Verwendbarkeit für Kulturprojekte wie Musikschulunterricht oder Jugendmusikcafés zu prüfen. Nachsatz: Eine Frage guter Kultur ist es übrigens auch, wenn der Oberbürger-meister die politische Zuständigkeit der Stadtvertretung bei diesem Projekt respektiert, ihr zuarbeitet und auf Alleingänge verzichtet.

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