Gute Freunde kann niemand trennen…
Ach, was hatte die CDU-Fraktion in der vergangenen Woche geätzt, als der fraktionslose Stadtvertreter Kahlsdorf bei den Ausschussbesetzungen mit der SPD gestimmt hat. Fraktionschef Rainer Schlichtkrull verstieg sich und sprach von „Skandalös!“ Obwohl die FDP die letzten Jahre immer für die CDU-Liste gestimmt hat, auf der sie sich selbst berücksichtigt fand …
Nun endlich konnte die CDU-Fraktion der FDP ihre Dankbarkeit für deren bedingungslose Abstimmungstreue in allen Gremien beweisen:
Auf Antrag der FDP wurde Anette Reinders, Fraktionsvorsitzende der GALiN, vom Hauptausschuss aus dem Aufsichtsrat der EGNO abberufen und dafür der FDP-Neuling Christoph Prüfer in den Aufsichtsrat berufen, dem er zuvor als CDU-Stadtvertreter angehört hatte.
Da bewährt sich die alte Kumpanei zweier Fußballtrainer auch als Fraktionsvorsitzende: Über Inhalte kann und muss man mit der FDP nicht reden, aber über Posten gern und jederzeit.
Damit hat die FDP die stillschweigende Übereinkunft aus der Zählgemeinschaft des Jahres 2003, dass die „Kleinen“ sich gegenseitig nichts nehmen, aufgekündigt.
Im Aufsichtsrat der MeNo GmbH Tribühne brachte diese Kungelei ein noch skurrileres Ergebnis, das die Sitzverteilung in der Stadtvertretung nun völlig konterkariert: Die CDU-Fraktion schickt sechs Mitglieder in das Kontrollgremium, die SPD drei (inklusive Stadtrat Dr. Freter) und die FDP zwei Mitglieder. Da können sich die Bürgerinnen und Bürger nun fragen, ob die Kräfteverhältnisse der Stadtvertretung sich in den Kontrollorganen der städtischen Gesellschaften angemessen wiederfinden.