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Politisch falsch, handwerklich schlecht
Grüne Alternative und SPD fordern Aufklärung und neue Konzepte für die "Tribühne"
Es sei schon nicht mehr allein eine Frage des politischen Stils, so Johannes Paustenbach (SPD) und Anette Reinders (GALiN) übereinstimmend, sondern eine Frage ob man demokratische Gepflogenheiten und Zuständigkeiten anerkenne. Die beiden Fraktionsvorsitzenden der Oppositionsparteien in der Norderstedter Stadtvertretung kritisieren das Vorgehen von Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (CDU) bei der Erweiterung des Geschäftsfeldes der städtischen Mehrzwecksäle GmbH "Tribühne".
Dieser hatte mit Hinweis auf seine Zuständigkeit die Übertragung der Gastronomie "Brunnenhof", die bis dato an einen privaten Betreiber verpachtet war, an die "Tribühne" durchgesetzt.
""Nachdem Herrn Grote klar war, daß ihm die CDU als seine politische Hausmacht die Zustimmung hierfür verweigern könnte, zog er die Angelegenheit aus der politischen Ebene zurück und titulierte die Entscheidung als bloßes Geschäft der laufenden Verwaltung. Eine politische Zustimmung brauchte er hiernach nicht mehr."", so Johannes Paustenbach.
Oberbürgermeister Grote sei, so die Fraktionsvorsitzenden, als alleiniger Vertreter des Gesellschafters der Hauptverantwortliche für die schwierige Situation der städtischen Mehrzwecksäle.
Im Vorwege von der Opposition beantragte Prüfaufträge zur Wirtschaftlichkeit des durch den Gastronomiebetrieb, die Abonnentenbetreuung und den Kartenvorverkauf ohne Not erweiterten Geschäftsfeldes seien abgebügelt worden und bis heute unbeantwortet geblieben.
Die öffentliche Ausschreibung für den Betrieb der Gastronomie sei vom Oberbürgermeister darüber hinaus rechtzeitig einkassiert worden.
Die Übertragung weiterer Geschäftsfelder sollte der Defizitabsenkung für die "Tribühne" - deren eigentliche Aufgabe und Zweck die Vermietung der Säle war - dienen. Jetzt scheint sich genau dieser Schritt zur Fallgrube für die städtische Gesellschaft entwickelt zu haben.
Langjährige Theaterabonnenten springen aufgrund der saftigen Preiserhöhungen reihenweise ab, der Gastronomiebetrieb Kulisse erinnert zu oft an eine leergefegte Wartehalle.
""Oberbürgermeister Grote handelt wie ein Kapitän auf See, der feststellt, daß sein Schiff Schlagseite bekommen hat und jetzt befiehlt, dass alle Mann auf die dieselbe Seite rennen sollen, um das Schiff wieder aufzurichten. Herr Grote ist nicht mehr Teil der Lösung, er ist Teil des Problems. Wir wollen, dass die Jahresbilanz der Tribühne offen auf den Tisch des Hauses kommt, um endlich politisch eingreifen zu können!"", fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende.
Um der Gesellschaft eine bessere wirtschaftliche Perspektive bieten zu können, müsse auch die Verantwortung des "Tribühne"-Geschäftsführers Rüdiger Flemer geklärt werden.
Die verbleibenden Monate bis zum Ende des Geschäftsjahres sollten für die Suche nach einem tragfähigen Konzept genutzt werden.
""Kulturarbeit ist, auch wenn Herr Grote und die CDU es nicht wahrhaben wollen, immer von öffentlichen Zuschüssen abhängig. Auch eine Rückkehr zum Zustand vor der Geschäftsfelderweiterung der "Tribühne" wird hieran nichts ändern. Es darf aber keine Verlustabdeckung in beliebiger Höhe daraus werden. Das praktizierte Konzept ist politisch falsch und handwerklich schlecht - dieses müssen wir ändern."", sind sich die Fraktionschefs einig.
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