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Letzte Änderung
01.04.2008

Gaspreiserhöhung

 

Pressemitteilung vom 5. April 2006

Gaspreiserhöhung – leider kein Aprilscherz

Zum 01. April sind die Gaspreise in Norderstedt erneut gestiegen. Und zwar um fast 24 %. Laut Auskunft der Stadtwerke ist die Preissteigerung einzig und allein auf die Erhöhung der Preise durch den Gaslieferanten (e.on Hanse) zurückzuführen. Gleichzeitig wurde am 1. April der Wettbewerb im Gasgeschäft geöffnet. Während die Preiserhöhung leider kein Aprilscherz ist, kann man dies von der Einführung des Wettbewerbs nicht sagen. Hier scheint es sich in der Tat um einen schlechten Scherz handeln – oder welcher Verbraucher kann derzeit tatsächlich zu einem anderen Anbieter wechseln?

Nach Angaben der Stadtwerke belastet die erneute Preiserhöhung die Haushalte in der Stadt durchschnittlich mit 10 Euro im Monat. Dies mag während der Sommermonate so sein, aber jedem Verbraucher dürfte klar werden, dass die jetzige Erhöhung mit der Beginn der Heizperiode richtig zu Buche schlagen wird. In weiser Voraussicht (schließlich wollen die Stadtwerke nicht auf unbezahlten Rechnungen sitzen bleiben), wurden deshalb bereits die Vorauszahlungen ungefragt um 10 % erhöht.

Die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom gehört zur sogenannten Daseinsvorsorge. Leider gerät dies zunehmend in Vergessenheit, stattdessen werden die Bürgerinnen und Bürger mehr und mehr von der Macht (und den Gewinnbestrebungen) der Energieversorger abhängig. Aus Sicht der GALiN-Fraktion ist es dringend erforderlich, dass der Staat die berechtigten Versorgungsinteressen der Bürger schützt. Schon die Öffnung des Strommarktes hat bewiesen, dass damit der Markt nicht mehr sondern weniger geworden ist. Bei Gas weiß jeder, dass wir von ganz wenigen Zulieferern abhängig sind. Wie soll sich da ein Markt entwickeln? Es müssen also andere Konzepte her, damit die Gewinne der Energieversorger nicht weiterhin exorbitant steigen, während viele Verbraucher nicht wissen, wie sie die gestiegenen Preise bezahlen können. Dabei muss auch gefragt werden, wie vielen Haushalten in der letzten Zeit Strom und Gas abgestellt worden sind, weil sie die erhöhten Aufwendungen für Energie nicht mehr bezahlen konnten.

In diesem Zusammenhang weist die GALiN-Fraktion darauf hin, dass man gegen die erhöhten Forderungen Einspruch einlegen kann (nähere Informationen unter www.energiepreise-runter.de). Hierzu kann man sich auch bei der Verbraucherberatung informieren.

Eine weitere Möglichkeit, die Kosten zu minimieren, sind Energieeinsparungen. Hier hält es die GALiN-Fraktion für dringend erforderlich, dass die Beratungen und die Schaffung von Anreizen zur Energieeinsparung deutlich verstärkt werden. Auch dies ist Aufgabe der Stadtwerke Norderstedt.

Zur langfristigen Perspektive äußerte die Fraktionsvorsitzende Anette Reinders: „Wir müssen im Energiebereich umsteuern und den regenerativen Energien den Vorrang geben. Nur so werden wir uns langfristig unabhängig machen vom Öl und vom russischen Gas“. Aus Sicht der GALiN ist es in diesem Zusammenhang bedauerlich, dass die CDU-Mehrheit in dieser Wahlperiode das Solardächer-Projekt gekippt hat. „Die Investition war ein wichtiger, zukunftsweisender Schritt in die richtige Richtung, denn auch wenn wir heute etwas mehr dafür aufwenden müssten, so zahlte es sich doch langfristig aus – sowohl umweltpolitisch als auch finanziell.“

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