Pressemitteilung, 07.09.05
Mehr Krippenplätze braucht die Stadt!
Bereits vor 15 Jahren hat die Stadt Norderstedt eine Kindergartenbedarfsplanung entwickelt. Diese sah vor, dass für 85 % der 3-6jährigen Kinder ein Kindergartenplatz zur Verfügung stehen sollte sowie für je 15 % der Kinder im Hort- und Krippenalter. In den folgenden Jahren wurde vor allem das Angebot an Elementar- und Hortplätzen ausgebaut, während sich die Zahl der Krippenplätze nur langsam erhöhte (2004 lag die Bedarfsdeckung unter 8 %), obwohl die Nachfrage seit Jahren sehr hoch ist.
Aufgrund von sinkenden Geburtenraten ist seit dem letzten Jahr erstmals ein Rückgang der Nachfrage nach Elementarplätzen zu verzeichnen. In diesem Jahr hat sich dieser Trend fortgesetzt, und in einzelnen Einrichtungen konnten nicht alle Plätze besetzt werden. Bereits seit längerem liegen dem Amt für junge Menschen Anträge von Einrichtungen vor, die diese nicht ausgelasteten Kindergartengruppen in Familiengruppen umwandeln möchten. Darunter versteht man eine Gruppenzusammensetzung aus elf Kindergartenkindern und vier Krippenkindern.
Die GALiN begrüßt, dass der Ausschuss für junge Menschen auf seiner Sitzung am 07.09.05 sich einstimmig dafür ausgesprochen hat, der Einrichtung von Familiengruppen in mehreren Kindertageseinrichtungen zuzustimmen. Dies ist ein Schritt in die richtige, denn damit werden kurzfristig dringend benötigte Krippenplätze geschaffen, so GALiN-Fraktionsvorsitzende Anette Reinders. Allerdings erwarten wir, dass das Krippenangebot in den nächsten Jahren bedarfsgerecht ausgebaut wird. Keinesfalls ist den Eltern mit dem Ausbau von Tagespflegestellen gedient, denn es ist seit langem bekannt, dass viele Eltern einen Krippenplatz suchen und oftmals nur aufgrund der langen Wartelisten auf einen Platz bei einer Tagesmutter ausweichen.
Grundsätzlich wünscht sich die GALiN eine regelmäßige Fortschreibung der stadtteilorientierten Kindergartenbedarfsplanung, damit die vorhandenen Plätze immer wieder dem Bedarf angepasst werden. Dabei sollte vor allem die Daten der Bevölkerungsentwicklung und eine Prognose über die zu erwartende Nachfrage zugrunde gelegt werden, da sich immer wieder zeigt, dass der Abgleich von Wartelisten als Instrument der Bedarfsplanung völlig untauglich ist.
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