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Manke-Monument im Willy-Brandt-Parkauf vier Vollgeschosse reduzieren!
Wer Stadtplanung allein unter dem Gesichtspunkt betreibt, dass es immer genug Menschen geben wird, die irgendwo Aussicht haben wollen, hat seinen Beruf verfehlt. Unter diesem Aspekt wäre Norderstedt-Mitte nicht ein bundesweit beachteter Stadtteil, sondern ein zweiter Osdorfer Born geworden.
Entscheidungsrelevant muss bei den Festsetzungen des vorhabenbezogenen B-Plan180 4. Änderung Wohngebäude am Willy-Brandt-Park doch sein, was das Wohnumfeld der Menschen im ohnehin städtebaulich arg gebeutelten Stadtteil Garstedt an dieser Stelle verbessert.
Die GALiN Fraktion wird in der Stadtvertretung am 26. April den Änderungsantrag einbringen, das Bauvorhaben der Firma Manke mit maximal vier Vollgeschossen (WA IV) und einer Firsthöhe von 12,5 m festzuschreiben. Der jetzt vorliegende Beschlussvorschlag sieht sieben Vollgeschosse mit einer Firsthöhe von 25,5 Metern vor (Anlage). Das ist noch zwei Stockwerke höher als das Norderstedter Rathaus. Welch ein monumentaler Größenwahn! An der Straße Lütjenmoor, östliche Seite des Willy-Brandt-Parks, gibt es mit der Schalom-Kirche und der Schule bisher zwei Gebäude, die wesentlich niedriger als der geplante benachbarte Bau sind. Nicht dieser unmittelbare Bezug wird berücksichtigt, sondern das Hochhaus an der Stichstraße Lütjenmoor und das Herold-Center jenseits des Willy-Brandt-Parks (Anlage). Dafür gibt es keine stichhaltige Begründung. Der städtebauliche Größenwahn der 60er und 70er Jahre wird 30 Jahre später nicht korrigiert und abgeschwächt, sondern wiederholt.
Dennoch geht es nicht nur um die Frage, welche Vorstellungen und Wünsche die Bürger und Bürgerinnen im Einzugsbereich des Willy-Brandt-Parks zu dem geplanten Bau haben. Viel mehr sind grundsätzliche Fragen und Zielbeschreibungen notwendig angesichts der Tatsache, dass in den nächsten Monaten der Flächennutzungsplan fortgeschrieben werden soll.
Soll Norderstedt eine selbstbewusste Stadt mit eigenem städtebaulichen Profil bleiben oder zum Hamburger Appendix wie am Herold-Center werden?
Als Ende der 70er Jahre die Planungen für den Stadtteil Norderstedt-Mitte begannen, gab die damalige (CDU-geführte) Landesregierung eine schleswig-holsteinische Bauweise vor. Damals wusste niemand so recht, was das eigentlich sei. Gefunden wurden u.a. zwei wichtige Kriterien: das Material roter Backstein und die Gebäude nicht höher als die Bäume. Dennoch findet man hier auch eine verdichtete Bauweise. Trotzdem hat alles eine attraktive Größenordnung.
Diese Forderung erhebt die GALiN Fraktion in allen Stadtquartieren: Auch bei einer verdichteten Bauweise müssen Mensch und Maß gefunden werden. Grünzüge und verbindungen dürfen durch Bauten nicht zerstört und unterbrochen werden. Norderstedt soll eine lebendige Stadt im Grünen bleiben. Übrigens, in den Jahren, als diese menschlichen Dimensionen eine hohe Priorität genossen und Grünplanung noch kein Schimpfwort war, prosperierte Norderstedt ganz besonders. Das sollte, auch im Interesse der ortsansässigen Wirtschaft, wiederbelebt werden.
Die GALiN Fraktion wird weiterhin auch zu Nachverdichtungen in den geeigneten Stadtquartieren bereit sein. Allerdings müssen Planung und Ausführung zukunftsfähige Verhältnismäßigkeit zeigen und dürfen keinen Rückschritt in die 60er/ 70er Jahre mit ihren Giganten in Beton bedeuten
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