Die stille Gefahr / Muss die Stadt die Bürger schützen?
Ein Handy haben wohl mittlerweile die meisten Bürger Norderstedts. Die mobilen Telefone bieten ein Stückchen Freiheit, erleichtern die Kommunikation und sind außerdem fabelhafte Spielzeuge.
Aber was ist mit der Strahlung?
Gut - ein Handy muss ich mir nicht anschaffen, diese Strahlung kann ich vermeiden.
Aber was ist mit all den Basisstationen auf den Dächern Norderstedts?
Weitgehend unbemerkt ist Norderstedt mittlerweile übersät mit Sendestationen der Netzbetreiber. Auch die Kirchen rüsten auf.
Erst im August dieses Jahres wehrten sich Mitglieder der Kirchengemeinde Christuskirche im Ortsteil Garstedt gegen eine zusätzliche Mobilfunkantenne auf dem Kirchturmdach.
Unter dem Motto: Tu ich es nicht, tut es ein anderer. Da nehme ich doch lieber das Geld und finanziere dafür den Konfirmandenunterricht. hat sich die Kirchengemeinde dann eine weitere Mobilfunkstation auf das Kirchturmdach gestellt.
Vielleicht hilft den Konfirmanden ja dann der christliche Glaube gegen die Strahlung, wenn er nur stark genug ist?!
Eine laxe Haltung nimmt auch die Stadt Norderstedt ein. Es gab einen Beschluss im Planungsausschuss, dass zumindest Schutzzonen um Kindergärten und Schulen eingehalten werden sollen. Auf dem Gelände der Christuskirche befindet sich eine Kindertagesstätte und ein paar Meter weiter eine Grundschule.
Eine Ausnahme weil im Ortsteil Garstedt die geeigneten Plätze ausgehen?
Eine weitere Ausnahme ist übrigens das HASPA-Hochhaus am Harksheider Markt auf dem ebenfalls ein Sendemast steht. Auch hier liegt die Kindertagesstätte dicht dabei auch hier war keine Alternative gefunden worden.
Was sich die GALiN wünscht, und das nicht nur zu Weihnachten, ist ein Bewusstsein innerhalb der Stadtverwaltung, dass eine ihrer Aufgaben auch der Schutz ihrer Bürger ist.
Für jeden Gartenzaun gibt es Vorschriften, für alles mögliche gibt es Schutzauflagen, bloß beim Mobilfunk herrscht Wildwest-Freiheit.
Wenn seit Jahren Ärzteverbände eine drastische Herabsetzung der zulässigen Grenzwerte der Mobilfunkstrahlung fordern, etliche Studien auf Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier hinweisen, dann ist es an der Zeit sich dieser Schutzpflicht bewusst zu werden. Was im Moment hier geschieht ist ein Freilandversuch mit Menschen.
Als eine der ersten Taten unserer Stadt fordert die GALiN für alle Bürger eine Offenlegung aller bestehenden und noch geplanten Standorte für Mobilfunkantennen, z.B. über die städtische Homepage oder auf Informationsveranstaltungen.
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