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Letzte Änderung
04.08.2010

Landesgartenschau 2

 Pressemeldung vom 25.06.04

„Keine Zähne im Mund – aber La Paloma pfeifen!“
Landesgartenschau in Norderstedt?

Hans-Joachim Grote, soeben wieder gewählter Bürgermeister Norderstedts, hat es immer gern eine Idee größer. Jetzt ist seine Lieblingsidee, eine Landesgartenbauausstellung, kurz „Landesgartenschau“, nach Norderstedt zu holen, mit seiner Wiederwahl ein ganzes Stück wahrscheinlicher geworden. Als ehemaliger Geschäftsführer der entsprechenden Gesellschaft in Paderborn ist ihm dies Thema vertraut.

Erstaunlich ist dabei, dass der Verein Norderstedt Marketing mit seinem Vorsitzenden Stefan Witt diesen Plan so nachdrücklich unterstützt. Der Verein, der ohne die finanzielle und personelle Unterstützung der Stadt nicht existenzfähig wäre, nutzt seine Ressourcen jetzt offensichtlich für ein Projekt, das stadtplanerisch und finanziell äußerst fragwürdig ist.

Besucher der Landesgartenschau, die von außerhalb kommen, werden ihr Geld nicht in Norderstedt lassen, sondern die Gelegenheit nutzen, um Hamburg zu besuchen.

Die Bürgerinnen und Bürger Norderstedts jedoch müssen während der sechs Monate dauernden Ausstellung Veranstaltungslärm, Parkplatznot und Preissteigerungen in Kauf nehmen, die nach Ausstellungsende erfahrungsgemäß nicht zurück genommen werden. Im übrigen hat die Stadt die 15 Millionen Euro Investitionskosten ja nicht auf der hohen Kante, sondern müsste sie als Kredit zur Vorfinanzierung aufnehmen.

Ganz zu schweigen von den enormen jährlichen Folgekosten zur Pflege des Ausstellungs-geländes nach der Gartenschau. Darüber verliert der Bürgermeister lieber kein Wort. Die finanzielle Situation der Stadt hat er jedoch zutreffend mit der Bemerkung beschrieben: „Wenn die Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich öffentliche Rasenflächen mähen, entlastet das den städtischen Haushalt.“ Diese Widersprüche lassen sich nicht durch Ideen „just for show“ auflösen.

Die GALiN Fraktion verfolgt die Pläne zur Landesgartenschau mit größter Skepsis und befürchtet ein stadtplanerisches und finanzielles Desaster. Auch deshalb, weil Landesgartenschauen in Schleswig-Holstein wegen des unbeständigen Wetters (wichtige Kalkulationsgröße!) keine Tradition haben. „Keine Zähne im Mund – aber La Paloma pfeifen,“ schüttelt die Stadtvertreterin Maren Plaschnick über so viel bürgerferne Unvernunft den Kopf.

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